Freundeskreis trauert um Sioli-Preisträger

Alfons Berger †

Friedrichsdorf, 27. Januar 2019. Der Freundeskreis Waldkrankenhaus Köppern trauert um sein Ehrenmitglied Alfons Berger. Der ehemalige stellvertretende Krankenpflegedirektor der Köpperner Klinik ist Träger der Professor Emil Sioli-Ehrenmedaille und heute im Alter von nur 67 Jahren unerwartet verstorben.

Alfons Berger begann seine Laufbahn bei Vitos Hochtaunus 1987 als Bereichsoberpfleger der Frankfurter „Klinik Bamberger Hof“, deren Entwicklung er im Geiste der Psychiatrie-Enquête maßgeblich mitgeprägt hat. So konnte dank des systematischen Ausbaus von ambulanten und teilstationären Behandlungsangeboten nach und nach eine „Klinik ohne Betten“ entstehen, deren sozialpsychiatrische Kompetenz aus der heutigen Frankfurter Versorgungslandschaft nicht mehr wegzudenken ist. Von 2002 bis 2013 hatte Berger die Funktion des stellvertretenden Krankenpflegedirektors im Vitos Waldkrankenhaus Köppern inne und rief in dieser Zeit das Patientenbegegnungsprojekt „Gast und Gastgeber“ ins Leben. Die Reisetherapie fand bis 2016 einmal jährlich im Rahmen der Klinikpartnerschaft mit dem litauischen Krankenhaus in Siauliai statt und bot Patienten aus Deutschland und Litauen die Möglichkeit, Land und Leute des jeweiligen Partnerlandes kennenzulernen. Zugleich förderte das Projekt die Fähigkeit der Teilnehmer zur selbständigen Lebensführung und zu einem zugewandten Umgang mit anderssprachigen Menschen. Für seine Verdienste wurde Berger 2014 mit der vom Freundeskreis Waldkrankenhaus Köppern e.V. gestifteten Professor-Emil-Sioli-Ehrenmedaille ausgezeichnet. Mit dem Psychiatrie-Preis würdigt der Förderverein Persönlichkeiten, die sich um die Integration von psychisch kranken oder suchtmittelabhängigen Menschen verdient gemacht oder sich anderweitig in herausragender Weise für die Belange von psychisch Kranken eingesetzt haben.

„Mit Alfons Berger verlieren wir einen liebenswürdigen Menschen, der sich in seiner beruflichen Laufbahn mit Respekt und mit ganzem Herzen für ´seine` Patienten eingesetzt und Entscheidungen stets im Vertrauen darauf getroffen hat, dass psychisch kranke Menschen ein großes Maß an Eigenverantwortung übernehmen können. Dadurch hat er zur Wahrung von Eigenständigkeit und Würde dieser Menschen in besonderer Weise beigetragen. Alfons wird uns allen fehlen“, betonte der Vorsitzende des Freundeskreises, Dieter Becker, in einem Nachruf.

Damian Bednorz posthum mit Emil Sioli-Ehrenmedaille ausgezeichnet

Damian Bednorz †

Marcus Hofmann

Friedrichsdorf, 13.12.2017. Damian Bednorz, der langjährige und kürzlich verstorbene Vorsitzende des Freundeskreis Waldkrankenhaus Köppern, ist posthum mit der „Professor Emil Sioli-Ehrenmedaille“ ausgezeichnet worden. Der Preis erinnert an den Gründer des Waldkrankenhause Köppern und wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich um die Integration von psychisch Kranken verdient gemacht oder sich anderweitig in herausragender Weise für deren Belange eingesetzt haben.

„Damian Bednorz hat die Solidarität mit psychisch kranken und suchtmittelabhängigen Menschen in den Mittelpunkt seines Lebens gestellt. Er hat als Vordenker wertvolle Impulse gesetzt und die Entwicklung unseres Fördervereins entscheidend mitgeprägt“, würdigte der amtierende Freundeskreis-Vorsitzende, Dieter Becker, den Geehrten. Bednorz war von 1987 bis 2016 als Krankenpfleger im Waldkrankenhaus Köppern beschäftigt und zuletzt in einer allgemein-psychiatrischen Station tätig, wo ihm zeitweise Verantwortung in leitender Funktion übertragen wurde. 2009 rief der gebürtige Gleiwitzer als eines von elf Gründungsmitgliedern den Freundeskreis Waldkrankenhaus Köppern ins Leben, der sich die Unterstützung der Patienten in der psychiatrischen Klinik zur Aufgabe gemacht hat und zudem gegen die inzwischen beschlossene Verlagerung der Klinik nach Bad Homburg Stellung bezog. Bednorz genoss als Vorsitzender der ersten Stunde stets das ungebrochene Vertrauen der rund 90 Vereinsmitglieder und wurde zuletzt 2015 einstimmig in seinem Amt bestätigt. Am 5. März 2017 erreichte die Freundeskreis-Mitglieder dann die schockierende Nachricht vom plötzlichen und unerwarteten Tod ihres Vorsitzenden, der nur 47 Jahre alt wurde. Marcus Hofmann, der langjährige Lebensgefährte von Damian Bednorz, zeigte sich von der Laudatio gerührt und nahm die Ehrenmedaille auch stellvertretend für Bednorz` Mutter Ursula Padler sowie Bruder Rüdiger in Empfang, die der Verleihung aus beruflichen Gründen nicht beiwohnen konnten. „Den Verlust unseres langjährigen Vorsitzenden und lieben Freundes haben wir alle noch nicht verwunden. Aus diesem Grund und aus Rücksicht auf Damians Angehörige haben wir uns für eine Ehrung im Mitgliederkreis und gegen die sonst übliche, öffentliche Preisverleihung entschieden“, sagte Becker, der in einer emotionalen Laudatio die Verdienste seines Vorgängers herausstellte und zu dem Festakt in den Vereinsräumen unter anderem auch Bednorz` Lebenspartner, Marcus Hofmann, willkommen hieß. „Damian hat den Freundeskreis zu dem gemacht, was er heute ist: Ein verlässlicher Partner der Patienten und unverzichtbarer Baustein im Klinikalltag des Waldkrankenhauses Köppern“, nannte Becker die Vielzahl von Projekten, die in der acht Jahre währenden Amtszeit von Bednorz implementiert werden konnten. Zum Beispiel die Tierbegegnungen unter dem Motto „Freunde auf 4 Pfoten“, die den Patienten zweier Stationen seit 2010 alle zwei Wochen den Kontakt mit Hunden und Kaninchen ermöglichen. Im gleichen Jahr startete auch das kostenfreie Internet-Café „OpenOffice“ des Fördervereins, das jährlich rund 2.500 Patienten besuchen, um online Kontakt zu Freunden halten, persönliche Angelegenheiten oder Behördenangelegenheiten regeln, Informationen über Therapieeinrichtungen abrufen sowie weitere Weichen für ihren künftigen Lebensweg stellen zu können, zum Beispiel im Zusammenhang mit der Wohnungs- oder Jobsuche. Ein solches Internet-Café ist auf Betreiben des Freundeskreises auch in der geplanten psychiatrischen Klinik auf dem Gesundheitscampus Bad Homburg vorgesehen. In einem weiteren Projekt, nämlich in der Kochgruppe „cook & chill“, trainieren die Patienten Alltagsfähigkeiten wie Kochen, Einkaufen und sparsames Haushalten. Und sie lernen, dass Essen Genuss bereitet und das gesellige Miteinander in der Gruppe Spaß machen kann. Pate stand Bednorz auch bei der im November 2016 gestarteten Wohngemeinschaft „LivingFriends“, die für zwei hilfsbedürftige Menschen zu einem Zuhause geworden ist. Zudem richtet der Freundeskreis zahlreiche Freizeitaktivitäten für die Menschen im Waldkrankenhaus Köppern aus, darunter den „Streichelzoo“, den jährlichen Besuch des Nikolaus sowie regelmäßig an Feiertagen stattfindende Barbecue- und Kaffeenachmittage. Zu guter Letzt stiftete der Förderverein unter Bednorz` Führung 2012 die Professor Emil Sioli-Ehrenmedaille, um das gemeinhin zu wenig beachtete Engagement von ehrenamtlichen Helfern in der Psychiatrie zu würdigen.

„Damian hat sich im Sinne von Professor Emil Sioli mustergültig um die Entstigmatisierung von psychisch kranken Menschen verdient gemacht und dabei bedeutende Wegmarken gesetzt. Zugleich war er ein treuer Freund, den wir schmerzlich vermissen“, lobte Becker, der Bednorz` Erbe im Mai dieses Jahres gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Barbara Dempsey angetreten hat. Zugleich erinnerte der Freundeskreis-Vorsitzende an den ebenfalls in diesem Jahr verstorbenen Träger der Sioli-Ehrenmedaille, Jimmy Hempkin, dessen Angehörigen die Auszeichnung jüngst übergeben wurde. „Er war ein herzensguter Mensch und ist ein würdiger Träger des Psychiatrie-Preises, dem wir ein ehrendes Andenken bewahren“, sagte er.

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